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Mental Load – die unsichtbare Belastung

Warum ständige Denkarbeit krank machen kann und was wirklich hilft.

Kaum klingelt der Wecker, startet das Gedankenkarussell: Ist die Präsentation für die Kollegin im Büro fertig? Haben die Kinder alles für die Schule dabei? Was kommt abends auf den Tisch – und wohin fahren wir im Frühling in die Ferien? Noch bevor der Tag richtig begonnen hat, türmen sich Verpflichtungen und Erwartungen.


Was ist Mental Load?

Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, dass unser Gehirn schon beim Aufwachen auf Hochtouren arbeitet. Das sogenannte „präfrontale Cortex-Netzwerk“ organisiert vom ersten Moment an unsere Alltagsaufgaben. Je mehr Rollen und To-Dos man jongliert, desto stärker ist die mentale Belastung. Diese kognitive Last bleibt meist unsichtbar, da sie sich nicht in offensichtlicher Arbeit, sondern in ständiger Denkarbeit äußert – das ist Mental Load.


Unsichtbare Denkarbeit und ihre Folgen

Psychologen fanden in ihrer Forschungsarbeit heraus, dass diese unsichtbare Denkarbeit häufig von einer Person getragen wird – meist von Frauen – und sich negativ auf das Wohlbefinden auswirken kann. Der Mental Load kann als „unsichtbare Denkarbeit“ bezeichnet werden: Es geht nicht nur darum, Aufgaben auszuführen, sondern permanent alle Bedürfnisse im Blick zu behalten und vorauszuplanen.

Studien belegen, dass dauerhafte mentale Belastung ein Risikofaktor für Burnout und depressive Symptome ist, insbesondere bei Eltern und Menschen mit Mehrfachbelastung. Diese geistige Leistung bleibt meist verborgen – wie ein Computerprogramm, das im Hintergrund läuft und Ressourcen verbraucht.


Das Gedankenkarussell und das Alltagsstress-Paradox

Psychische Belastung entsteht nicht nur durch grosse Herausforderungen, sondern durch die Summe vieler kleiner Verantwortlichkeiten: Im Beruf das Vorausplanen, in der Familie das Organisieren des Tages, im Haushalt die Mahlzeitenplanung oder die Koordination von Terminen. Besonders gefährlich ist die dauerhafte Kumulation dieser Aufgaben – das sogenannte Alltagsstress-Paradox: Nicht einzelne große Stressfaktoren, sondern das ständige Aneinanderreihen kleinerer Belastungen machen krank.

  • Beruf: Vorausschauendes Denken und Kontrolle von Schnittstellen

  • Familie: Verantwortung für Kinder und deren Termine

  • Haushalt: Planung und Organisation von Einkäufen und Mahlzeiten

  • Organisation: Koordination von Freizeitterminen und Alltagslogistik

Die paradoxe Kombination aus Projektmanager, Logistiker und Ausführendem in einer Person führt zu Überforderung und emotionaler Erschöpfung – unabhängig vom Geschlecht.


Wenn ständiges Denken krank macht

Mental Load kann zur echten Gesundheitsgefahr werden. Chronische Denkarbeit führt zu dauerhafter mentaler Anspannung, die das Risiko für Erschöpfung, psychosomatische Beschwerden, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen erhöht. Die WHO hat Burnout bereits als arbeitsbedingtes Phänomen anerkannt. Prävention beginnt mit dem Sichtbarmachen der unsichtbaren Last und offener Kommunikation über Aufgaben und Verantwortlichkeiten.


Wege aus der Überlastung

Der Schlüssel zu mehr Leichtigkeit liegt in der bewussten Wahrnehmung und fairen Aufteilung der Denkarbeit. Studien empfehlen, Aufgaben zu dokumentieren und im sozialen Umfeld offen anzusprechen. Interventionsstudien zeigen, dass Achtsamkeitstrainings und strukturierte Aufgabenverteilung die mentale Belastung reduzieren und das Wohlbefinden nachhaltig steigern können.


Raum für mehr Leichtigkeit schaffen

Mental Load ist eine reale, unsichtbare Belastung mit messbaren gesundheitlichen Folgen. Wer das Gedankenkarussell stoppt und Verantwortung bewusst teilt, gewinnt mehr Kraft und Lebensqualität. Der erste Schritt: Die eigene Denkarbeit anerkennen und offen kommunizieren – für mehr psychische Freiheit und ein selbstbestimmtes Leben.


Selbstreflexion als erster Schritt

Um deine individuelle Situation bewusster wahrzunehmen und neue Impulse für mehr Leichtigkeit zu gewinnen, lade ich dich ein, dir zu folgenden Fragen einige ehrliche Gedanken zu machen:

  • Welche Aufgabe in deinem Gedankenkarussell könntest du heute nicht nur organisatorisch, sondern ganzheitlich an jemanden abgeben, um wieder mehr Raum zum Atmen zu gewinnen?

  • Welche Gedanken und Aufgaben beschäftigen dich regelmäßig, obwohl sie vielleicht gar nicht allein deine Verantwortung sind?

  • Wie fühlt es sich für dich an, Unterstützung einzufordern oder Aufgaben abzugeben? Was hält dich eventuell davon ab?

  • Gibt es Bereiche in deinem Alltag, in denen du mehr Leichtigkeit verspüren möchtest, und was wäre dafür notwendig?

  • Wie kommunizierst du deine mentale Belastung im Familien- oder Freundeskreis? Wünschst du dir Veränderungen im Umgang miteinander?

  • Welche kleinen Schritte könntest du heute gehen, um deine mentale Last zu verringern und mehr Ausgleich zu schaffen?

Du bist mit deinen Gedanken und Herausforderungen nicht allein – viele Menschen erleben ähnliche Belastungen. Es ist völlig in Ordnung, Unterstützung anzunehmen: Mentoren und Coaches stehen bereit, um dir Wege zu mehr Leichtigkeit und innerer Balance aufzuzeigen.

Ein Gespräch kann dazu beitragen, individuelle Belastungen zu reflektieren und durch das Teilen persönlicher Erfahrungen Entlastung zu finden.

 

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Die Autoren von Zukunftsgeschichten haben sich bewusst gegen das Gendern entschieden. Wir sehen keinen Grund, Unterschiede zu betonen, wenn es darum geht, alle als gleichwertig anzuerkennen. Wir sehen und schätzen jeden Menschen als Individuum, unabhängig von Geschlecht und Herkunft. Für uns sind alle gleich und gleichermassen willkommen.

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